Die (Wieder-) Einsteigerseite ist als Hilfestellung für alle gedacht die entweder, wie der Name schon sagt, gerade "einsteigen" oder nach längerer Zeit wieder aufsteigen.

Sitzhöhe:
Du solltest mit beiden Füßen komplett auf den Boden kommen wenn das Motorrad
abgebockt ist.
Die Sitzhöhenangabe in Prospekten darfst Du nur als ungefähre Entscheidungshilfe
verwenden, die Sitzbankkonturen sind extrem entscheidend.
Falls 2-5 cm fehlen bestehen folgende Möglichkeiten (bitte der Reihenfolge nach
anwenden!):
1.) Vorderradgabel von einer Fachwerkstatt etwas weiter durchstecken und
     die Hinterradfederrung auf Dein Gewicht einstellen lassen.
2.) Sitzbank von einem erfahrenen Polsterer abpolstern lassen, eine gute Adresse
      kannst Du bei uns erfragen (bringt bei Supersportlern leider nicht die Welt).
3.) Tieferlegungssatz (Verfügbarkeit bitte bei uns erfragen) montieren lassen,
     bringt am meisten, verändert aber die Geometrie des Motorrades nicht immer
     zum Besten.
4.) Wenn alles nichts hilft, entscheide Dich für ein anderes Motorrad, auch wenn
     es vielleicht nicht das "Traummotorrad" ist. Dein "Traummotorrad" ändert sich
     mit der Erfahrung sowieso!

Gewicht:
Bei den Gewichtsangaben schummeln die Hersteller und Importeure ganz gewaltig!
Unter Trockengewicht versteht man ein nicht fahrfertiges, also trockenes Gewicht ohne Benzin, Öl, Kühlflüssigkeit, usw.
Unter Leergewicht versteht man eigentlich ein fahrfertig befüllt und betanktes Motorrad, Italiener geben aber auch gerne mal fahrfertige Gewichte mit leerem Tank an. 
Auch die Gewichtsangaben im Fahrzeugbrief unterscheiden sich je nach der zugrunde liegenden Messnorm.
Am besten Du vergleichst fahrfertige, vollgetankte Gewichte oder falls nicht möglich die Trockengewichte untereinander.

Motorleistung:
Viele denken das ihre Motorradanschaffung für die nächsten 10 Jahre zutreffen soll, und kaufen deshalb viel zu große, schwere, gedrosselte Motorräder mit denen sich der Spaß, da der Fahrer überfordert ist, nicht einstellt.
Also lieber jetzt eine Nummer kleiner und später wenn man genug Übung hat einfach umsteigen. Kostet auch nicht die Welt und der Wunsch nach einer dann neueren "Großen" stellt sich bei den meisten so oder so ein.

Handling:
Hier hilft nur die Probefahrt oder das lesen von diversen Testberichten, bei denen Du aber darauf achten solltest dass die Testberichte sehr oft mit dem Anzeigenaufkommen eines Herstellers oder dem letzten Ort einer Neufahrzeugvorstellung zusammenhängen.

Bremsen:
Du brauchst zum "einsteigen" keine "Rennbremsanlage".
Wenn Du über eine Motorrad liest dass die Bremswirkung durchschnittlich, die Dosierung aber sehr gut ist, dann weiß der Fachmann, das ist genau die Bremse die Du brauchst. Auch wenn Du damit bei einem Abstecher auf die Rennstrecke zwei Meter früher als eine ZX-10R bremsen musst.

Gute Freunde:
"Ich habe jemanden mitgebracht der sich echt gut auskennt". Mit diesem Satz ist schon manch eine (trifft leider meist auf Frauen zu) in ihr Verderben gerannt, bzw. gefahren.

Bitte wirklich nur Freunde fragen die:
1.) wirklich aktiv Motorrad fahren, und nicht vor 10 Jahren aufgehört haben.
2.) sich nicht vor Dir (Frau) profilieren müssen.
3.) Dir nicht zu einem Rennmotorrad oder einer Enduro mit 900 mm Sitzhöhe raten
     nur weil sie selbst so eine fahren.

Motorradtyp:
Die Sitzposition sowie der mögliche Überblick über den Verkehr sind entscheidend.
Eine aufrechte Sitzhaltung bei der die Hände und Füße da ihren Halt haben wo sie auch bei natürlicher Haltung hingehören sind das A und O. Ein schmaler Supersportlenker (Stummel) oder ein hoher gekröpfter Chopper- bzw. Cruiserlenker baut bei Dir nicht so leicht ein gutes Gefühl für das Vorderrad auf wie ein klassischer Lenker (z.B. ER-6).
Auch die natürliche, und keine angespannte Fußhaltung (weit hinten bei Supersportlern, weit vorne bei Cruisern) trägt zum leichteren Umgang bei.
Logisch ist auch, dass ein Einsteiger weniger Probleme hat wenn er nicht erst den Kopf heben muss um den Überblick über den Verkehr zu haben.

Gebrauchte:
Einsteiger machen oft den Fehler, dass sie privat gebrauchte Motorräder (meist mit dem Freund der sich so gut auskennt) kaufen und damit total in die Sch.... langen, da sie überhaupt keine Ahnung haben (wie auch).
Achte vor allem auf die Verschleißteile, fällige Inspektionen und Aussagen wie: "Da ist sie mir nur an der Garagenwand ein bisschen hängen geblieben" obwohl außer dem Lenker auch noch der Fußraster und diverse andere Teile krumm sind.
Beim Kauf vom Fachhändler hast Du mindesten ein Jahr Gewährleistung, außerdem darfst Du auch mit einer gewissen Kulanz rechnen, da man dich ja wiedersehen will, und auf Wunsch kannst Du natürlich auch eine Garantie abschließen.

Neumotorrad:
Manch einer ist bei seinem Gebrauchtkauf nach dem erneuern diverser Verschleißteile und der Durchführung der dringend benötigten Inspektion schon über den Neupreis hinausgeschossen.
Motorradpreise nicht nur im Katalog vergleichen, da Du sonst oftmals sehr interessante Aktionen verpasst z.B. Zulassungs- oder Abnahmeaktionen der Importeure.

Anbei ein Aufstellung der von uns empfohlenen "Einsteigermotorrädern" sowie 
"Wiedereinstigermotorräder".